Sonntag, 1. September 2013

01.09.2013 Chuschir, Insel Olchon im Baikalsees

Heute morgen geht es um 8:00 von Listwjanka aus zurück nach Irkutsk. Auf dem Weg wird das Baikalmuseum und ein Museumsdorf besucht. Unsere örtliche Reiseführerin gibt Einblicke zur Entstehungsgeschichte, Flora und Fauna des Sees … interessant ! Nur ein paar Schlagworte : Tiefste Stelle des Sees 1637 m, 20% der Süßwasserreserven der Erde, Sichtweite 65 m …
Im Museumsdorf dann Einblicke zur Besiedlung Sibiriens. Das Wetter ist bis dahin nicht mehr so gut, nur noch 14 Grad ! Ein solches Temperaturgefälle soll aber normal sein. Die ersten Nachtfröste gibt es hier ab Mitte September dann … wie das hier wohl im Winter ist, wenn es hier bis zu -40 Grad hat … kaum vorstellbar!
In Irkutsk zurück wird das Gepäck abgeholt und dann beginnt die Fahrt auf die Insel Olchon. Wir fahren ca. 6 Stunden zum Fähranleger. Es wird in kleinen Minibussen gefahren, die die besten Tage auch schon hinter sich haben. Die Straßen tun ihr übriges …
Auf der Insel selber scheint es keine geteerten Straßen mehr zu geben, entsprechend kann man
sich die Fahrt vorstellen. Wir kommen in unserer Unterkunft an … ja … da bin ich nun, auf einer Insel im Baikalsee deren Namen ich vor einem Jahr nicht mal kannte! Jugendherbergsstyle wäre zu viel … es ist eher sehr Basic … und abgefahrenes Travellervolk rennt hier rum ! Wir haben ja 4 Nächte hier, genug Zeit noch Fotos zu machen. Jetzt ist es 0:45 … Zeit zum schlafen, der Wecker klingelt in 6 Stunden und es gibt einen Tagestrip ans Nordkap der Insel ...

Sibirische Baukunst ...

Insel Olchon ...


Fähre auf die Insel ...


Samstag, 31. August 2013

31.08.2013 Listwjanka, Baikalsee

Heute morgen um 7:30 sind wir mit dem Bus abgeholt worden und zum Hauptbahnhof von Irkutsk gefahren. Das Hauptgepäck ist im Hotel geblieben, da wir morgen wieder nach Irkutsk zurückkehren und dann weiter auf die Insel Olchon im Baikalsee fahren.
Erst ging die Fahrt auf der normalen Trasse nach Sludjanka, die Stadt mit dem einzigen Marmorbahnhof der Welt … naja, hätte ich mir spektakulärer vorgestellt, aber immerhin.
Von dort verläuft die zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende alte Trasse der Transib. Der Zug fährt die ganze Zeit am Ufer des Sees entlang und hält ab und an. Dabei ist er nie schneller als 40 km/h. Bei super Wetter (26 Grad) tuckern wir also mit der Bahn nach Port Baikal. Die ganze Nummer dauert bis ca. 18:30. Von dort bringt uns eine kleine Fähre über den Fluss Angara (einziger Abfluss des Baikalsees) nach Listwjanka, wo wir eine kleine „Pension“ beziehen.
Der Abend klingt aus in einem Restaurant bei gegrilltem Omul. Abends sitzen wir noch mit teilen der Reisegruppe auf einen Wodka zusammen :-) … mir wird klar das viele unserer Mitreisenden
wirklich unsere Eltern sein könnten. Es wird von Plateau Schuhen und Schlaghosen, von den 68ern und so erzähl. Ein super spannender Abend ...

Lok ...

Alte Transib-Trasse

Blick auf den Baikal - See

Einer von über 20 Tunneln ...

Port Baikal

Freitag, 30. August 2013

30.08.2013 Irkutsk

Der Zug hat über nacht eine halbe Stunde gut gemacht und so kommen wir um kurz nach 10:00 Ortszeit in Irkutsk an. (5191 km liegen jetzt hinter uns). Wir checken kurz ins Hotel ein und brechen dann zu einem Stadtrundgang auf. Im Grunde eine „schöne“ Stadt für russische Verhältnisse.
Alle sind aber noch ziemlich geschafft vom Vortag. Gegen 15:00 ist dann aber freie Zeit angesagt.
Das W-Lan funktioniert gut … also gibt es nun das ganze Geschreibsel der letzten Tage auf mal :-)
Morgen geht es auf der alten Baikaltrasse der Transib, die direkt am Baikalsee entlangführt, nach Port Baikal. Schon wieder früh aufstehen … mal schaun :-)
Im übrigen sind wir in Sibirien, strahlend schönes Wetter, 26 Grad. Morgen soll es noch wärmer werden, bevor es dann wohl etwas kühler werden soll.

Irkutsk Hauptbahnhof

Eine der schönen Kirchen ...

Holzhaus in der Stadt im typoschen sibirischen Stil ...

Einkaufsstrasse in Irkutsk

Donnerstag, 29. August 2013

29.08.2013 Taischet

Gegen 10:00 Ortszeit (5:00 Moskauzeit) erreichen wir unser erstes Ziel: Taischet.
Nach fast 77 Stunden Zugfahrt ! Wohl die längste Fahrt meines Lebens, egal mit was, am Stück !
4522 km und 5 Zeitzonen weiter !!
Wir werden mit einem Kleinbus vom Bahnhof abgeholt der uns nach Birjusa bringt, einem typischen Sibierischen Dorf. Dort angekommen werden wir von Privatleuten empfangen, können unser Gepäck unterstellen und es gibt ein typischen Frühstück.
Es folgt ein Dorfrundgang. Anschließend gibt es Mittagessen bei unserer Gastfamilie und am Nachmittag geht es per Boot auf dem Fluss Birjusa, heißt wie das Dorf, in die Taiga.
Dort wird auch zu Abend gegessen.
Nach Rückkehr zu unserer Tagesunterkunft haben wir noch die Möglichkeit einen Saunabesuch in der Banja zu machen. Kommt ganz gut nach der langen Bahnfahrt ohne Duschen :-).
Gegen 21:30 werden wir zurück zum Bahnhof gebracht, wo der Zug Nr. 80 uns nach Irkutsk bringen soll. Der kommt mit einer guten Stunde Verspätung dann auch an, statt um 22:25 fahren wir um 23:45, völlig gar trinken wir noch einen Absacker bei Eva und Markus (haben sich ein Zweierabteil gegönnt) und fallen dann später in unserem Abteil in unsere Betten.

Bahnhof Taischet

Haus unserer Gastfamilie ... links die Küche :-)

Das Dorf ...


In Sibirien ... in 6 Wochen hats hier wieder Schnee sagt man uns ...



Mittwoch, 28. August 2013

28.08.2013, Zug 100, irgendwo, um 17:48 Moskauzeit

Mittlerweile sind wir mitten in Sibirien. Wirklich gefühlt merkwürdig ist die Nummer mit der Zeitverschiebung. Ortszeit ist es jetzt 21:48. Wir sollten heute früh schlafen, morgen kommen wir in Taischet an … um 4:57 Moskauzeit. Wir sind dann schon wieder eine Zeitzone weiter, was bedeutet das es ca.10:00 Ortszeit ist. Was das für meine innere Uhr bedeutet weiss ich noch nicht :-).
Gestern Abend haben wir ja noch ein bischen Sekt und Wodka auf dem Bahnsteig in Osmk genossen. Sehr schön :-) … Danach konnte man wieder schlafen wie ein Stein.
Der heutige Tag war eher unspektakulär. Wir hatten einen längeren Aufenthalt gleich am Morgen in Nowosibirsk.
So langsam hat man das mit der Reisegruppe auch drauf. Es gibt einen "Kartenclub", 4 Männer : "Weißhaar" Gerd, "Designbrillen" Gerd, "Waschsalon" Hans-Peter ( Wo gibt´s denn hier Bier ? ), "Fotografen" Paul, die beim Kartenspielen auf die Idee kamen zum Baikalsee zu fahren. Einer von denen war vor 30 Jahren im Winter schon mal dort und wollte immer mal im Sommer im See baden (der hat selbst im Sommer nicht mehr als 10-12 Grad !). Sie werden uns nach dem Baikalsee verlassen.
Dann sind da die „Itzehoer“ … Hans und Amke zusammen mit Hilke.
Ich will ja nicht immer übers Alter reden, aber die sind alle so zwischen 60 und 67 schätze ich mal :-)
Dann ist da Caroline aus St. Pauli, alleine unterwegs, von den „Itzehoern“ quasi adoptiert, sie ist die jüngste in unserem Trupp, immerhin U30. Sie und die "Itzehoer" werden mit uns nach Peking reisen.
Komplettiert wir das ganze von einem schweizer Ehepaar, ich denke mal die beiden sind die ältesten im Trupp, halten sich aber auch eher im Hintergrund. Ich glaube die fahren durch nach Wladiwostock. Und dann ist da noch Kerstin als allein Reisende, so unser Alter. Kommt aus Bremen aber gebürtig aus der Hamelner Ecke. Logisch das Kalli und Sie gemeinsame Leute kennen :-) ... auch sie fährt mit uns bis nach Peking.
Markus und Eva, fahren auch nach Wladiwostock … und Wolfgang und Brigitte, sie werden uns in der Mongolei verlassen, dort noch eine Woche verbringen und dann weiter über China nach Japan reisen. Wolfgang hat dort seinen Sohn und soll seinen Enkel das erste mal sehen.
Wir sind jetzt in der Taiga unterwegs, was nicht heißt das es nicht auch hier Birkenwäler gibt :-)


Nowosibirsk

Auf der Strecke ... mit Birkenwäldern
... und ... Birkenwälder :-)

Dienstag, 27. August 2013

27.08.2013 Zug 100, irgendwo, um 21:26 Moskauzeit

Das mit der Zeit ist so eine Sache, wir haben schon zwei Zeitzonen durchfahren, also ist es Ortszeit, wo auch immer wir uns gerade befinden 23:26. Der Zug zuckelt ruhig durch die Nacht.
Nach dem Aufwachen hatten wir einen längeren Stopp in Jekatarinenburg, ca. 50 Minuten.
In der Nacht haben wir den Ural passiert und sind nun wohl per Definition in Asien unterwegs, auch wenn man das nicht meint wenn man aus dem Fenster schaut … viele Birkenwäler :-)
Kalli hatte heute morgen Kopf, hatte er doch gestern Karten gespielt mit Eva und Markus … es hatten sich mehrere dazugesellt und es endete bei Wodka :-) … ich hab es verpennt :-))
Aus welchen Gründen auch immer kann ich ständig schlafen. Vielleicht ist es das leichte schaukeln des Zuges was mich immer müde werden lässt. Ansonsten besteht der Tag aus Unterhaltungen, lesen, Musik hören …
Weiteres kleines Highlight war der Besuch des Speisewagens. Die haben ne ordentliche Speisekarte, aber von den angebotenen Speisen gibt es immer nur ca. 20%. Man muss Glück haben das man das wählt was es auch gibt :-)
Viele verbringen den heutigen Abend dort … mal sehen wie das endet :-)
Wir sind nun fast 45 Stunden im Zug … unglaublich ! Es fühlt sich überhaupt nicht danach an.
Heute sind wir auch noch durch den Zug spaziert. Die 3. Klasse scheint wirklich kein Spass zu sein und wir sind froh das wir ein 4er Abteil haben. Interessante Gerüche in der dritten, die voll ist mit Menschen :-). Soweit so gut, alles läuft perfekt !
Der Abend, besser die Nacht, soll noch Überraschungen parat halten. Wir werden um 23:34 Moskauzeit in Omsk sein, sprich 01:34 Ortszeit, die Heimatstadt von unserer Reiseführerin Swetlana. Wir werden das Ereignis gebührend mit Sekt und Wodka auf dem Bahnsteig feiern :-) … mal sehen was man in einer halben Stunde Aufenthalt so wegschafft !

Jekatarinenburg

Bortsch ...

Im Speisewagen ...
Reisegruppe schönes Rusland :-)

Montag, 26. August 2013

26.08.2013 Zug 100, irgendwo, um 23:10 Moskauzeit

Fast 23 Stunden jetzt also im Zug unterwegs. Langweilig ? Anstrengend ? … Nein, ganz im Gegenteil. Ich habe geschlafen wie ein Stein. Gegen 8:00 aufgewacht … Morgentoilette so gut es eben geht … Kaffee mit heißem Wasser aus dem Samowar … alles kein Problem.
Der Tag verging wie im Flug … naja, besser wie im Zug :-) … es ist unheimlich entspannend, man kann ja im Grunde nicht viel machen, schlafen, lesen … und natürlich unsere Reisegruppe kennenlernen. Wir teilen unser Abteil mit Brigitte und Wolfgang, ein Paar aus Kassel.
Die beiden haben zusammen und einzeln schon die ganze Welt bereist … wir sind ziemlich beeindruckt von den Geschichten und ich komme mir vor als hätte ich noch nix gesehen.
Dabei sind Wolfgang (72) und Brigitte (67). Respekt !!
Eva und Markus sind dabei … wobei zu erwähnen ist das Markus (Nachname Hepke) aus Waltrop kommt … wie sollte es anders sein … er kennt Mario, unser Kollege der drei Tische von mir weg sitzt. Die Welt ist verdammt klein ! Alles läuft gut … das mit den Tütensuppen funktioniert prima :-)
Morgen steht der Speisewagen mal auf dem Programm … mal sehn … etwas Abwechslung ist ja mal nicht schlecht … und Zeit ist eh genug da. Achja … es gibt viele Birkenwälder :-)

Unser Wagen ...

Der Samowar :-)

Irgendwo unterwegs bei Aufenthalt des Zuges

Die Lok ...